Der Import eines Gebrauchtwagens oder eines anderen Fahrzeugtyps wird in Europa immer beliebter.
Aufgrund des großen Marktes mit erheblichen Unterschieden hinsichtlich Preis, Ausstattung und Verfügbarkeit zwischen den einzelnen Ländern fragen sich viele Käufer, ob sich dieser Schritt lohnt.
Die Rentabilität und Zweckmäßigkeit des Verfahrens hängen jedoch in hohem Maße davon ab, wer den Import durchführt (eine Privatperson oder ein Autohaus) und um welche Art von Fahrzeug es sich handelt.
Import eines Autos als Privatperson
Für eine Privatperson ist der Import eines Autos in der Regel eine Entscheidung, die durch die Suche nach einem bestimmten Modell, einem besseren Gesamtzustand oder einem günstigeren Preis als auf dem lokalen Markt motiviert ist, wie dies beispielsweise beim Markt für Wohnmobile oder Luxusautos der Fall ist.
In Europa ist dies besonders häufig bei Fahrzeugen der oberen Mittelklasse, gut ausgestatteten Modellen oder Autos mit geringer Kilometerleistung der Fall, bei denen der Preisunterschied den zusätzlichen Aufwand rechtfertigen kann.
Der Prozess erfordert jedoch ein direktes Engagement. Der Käufer muss sich um die Überprüfung des tatsächlichen Zustands des Fahrzeugs, die Organisation des Transports, die Erledigung der Verwaltungsformalitäten und das Risiko möglicher unvorhergesehener Kosten kümmern.
Eine weitere Option ist die Beauftragung eines Beratungs- und Verwaltungsdienstes, der sich um alle oder einen Teil der Formalitäten kümmert.
Auch wenn der Kaufpreis auf den ersten Blick attraktiv erscheinen mag, müssen Transportkosten, Zulassungsgebühren, technische Inspektionen und die erforderlichen Unterlagen hinzugerechnet werden.
Import eines Autos als Händler oder Gewerbetreibender
Für einen Händler ist der Import Teil seiner normalen Geschäftstätigkeit und wird aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet, da er Teil seiner Geschäftsstrategie sein kann.
Da sie mit großen Mengen, Erfahrung und Kontakten arbeiten, können Gewerbetreibende die Stückkosten für Transport, Vermittlung und Verwaltung in der Regel erheblich senken.
Außerdem kennen sie die Herkunftsmärkte besser und wissen, welche Modelle in ihrem Land Absatz finden.
In diesem Zusammenhang ist der Import vor allem bei Fahrzeugen mit hoher Umschlagshäufigkeit oder bei Modellen rentabel, die eine klare Spanne zwischen dem Kaufpreis im Herkunftsland und dem endgültigen Verkaufspreis bieten.
Der Händler kann Wartezeiten und damit verbundene Risiken besser auffangen, da sie Teil seiner Kostenstruktur sind.
Dennoch können eine falsche Nachfrageprognose oder eine Änderung der Vorschriften die Rentabilität des importierten Bestands beeinträchtigen.
Welche Art von Autos ist am rentabelsten zu importieren?
Nicht alle Fahrzeuge profitieren gleichermaßen vom Import.
Im Allgemeinen gilt: Je höher der Wert des Fahrzeugs oder je spezifischer sein Markt ist, desto sinnvoller ist es, die damit verbundenen Kosten und Formalitäten auf sich zu nehmen.
In Europa gibt es verschiedene Arten von Gebrauchtfahrzeugen, deren Import in der Regel besonders interessant ist:
Wohnmobile und Wohnwagen
In einigen europäischen Ländern (wie Deutschland und Frankreich) gibt es eine lange Tradition für diese Art von Fahrzeugen, was zu einem größeren Angebot, einem besseren Wartungszustand und wettbewerbsfähigeren Preisen führt.
Darüber hinaus verfügen viele Wohnmobile über eine hochwertige Ausstattung oder Konfigurationen, die auf anderen Märkten eher ungewöhnlich sind.
Angesichts des hohen Kaufpreises kann selbst ein moderater Preisunterschied die Kosten für Transport, Zulassung und Registrierung mehr als ausgleichen.
Fahrzeuge der oberen Mittelklasse und Premiumklasse
Wie Limousinen, SUVs oder gut ausgestattete Sportwagen.
In bestimmten europäischen Märkten verlieren diese Modelle schneller an Wert oder werden mit umfangreicherer Ausstattung verkauft, was den Zugang zu hochwertigeren Fahrzeugen zu einem Preis ermöglicht, der unter dem des lokalen Marktes liegt.
In diesen Fällen sind die potenziellen Einsparungen in der Regel ausreichend, um den Import zu rechtfertigen, insbesondere wenn das Fahrzeug nur wenige Kilometer gelaufen ist und eine klare Historie hat.
Leichte Nutzfahrzeuge, Kombis oder umgebaute Industriefahrzeuge
Für Gewerbetreibende und Unternehmen kann der Import dieser Art von Fahrzeugen rentabel sein, wenn sie nach bestimmten Konfigurationen, bestimmten Motorisierungen oder günstigeren Preisen als auf dem heimischen Markt suchen.
Da es sich um Arbeitsgeräte handelt, hat das wirtschaftliche Kriterium Vorrang vor der Unmittelbarkeit, wodurch die Importfristen akzeptabler werden.
Spezial- oder Nischenfahrzeuge
Wie relativ neue Oldtimer, limitierte Versionen, auslaufende Modelle oder Fahrzeuge mit sehr spezifischen Konfigurationen.
In diesen Fällen ist das Ziel nicht immer nur die Ersparnis, sondern der Zugang zu einem Fahrzeug, das vor Ort schwer zu finden ist.
Der Import wird so zum einzigen realistischen Weg, dieses Modell zu erwerben, und die zusätzlichen Kosten treten gegenüber dem Wert des Fahrzeugs selbst in den Hintergrund.
Dagegen sind sehr preiswerte, alte oder geringwertige Autos in der Regel schlechte Kandidaten für den Import, da die Fixkosten des Verfahrens den Endpreis zu sehr belasten und jeden möglichen Vorteil zunichte machen.
Kosten und Dauer des Prozesses
Entgegen der landläufigen Meinung ist der Importprozess in Europa weder teuer noch langwierig.
Die Gesamtkosten für den Import eines Autos gehen aufgrund der damit verbundenen Kosten über den Kaufpreis hinaus, aber in den meisten Teilen Europas fallen keine Einfuhrzölle an.
Einige zusätzliche Kosten können sein:
- Kraftstoff für den Transport
- Zulassung
- Konformitätsbescheinigung
- Befristete und/oder endgültige Versicherung
- Technische Inspektion
Die Dauer des Prozesses kann variieren, je nachdem, ob Sie eine Privatperson oder ein Autohändler sind und ob eine gute Vorausplanung vorliegt.
In der Regel dauert der gesamte Importprozess zwischen einer und mehreren Wochen.
In komplexeren Fällen kann sie sich über Monate hinziehen, insbesondere wenn Probleme mit der Dokumentation oder der Zulassung auftreten, was jedoch nicht die Regel ist.
Fazit
Der Import eines Gebrauchtwagens nach Europa kann sich lohnen, ist aber keine allgemeingültige Entscheidung.
Für Privatpersonen ist er in der Regel nur dann interessant, wenn ein deutlicher Preisunterschied besteht oder ein ganz bestimmtes Modell gesucht wird.
Für einen Autohändler hingegen ist der Import ein gängiges Instrument, das bei richtiger Handhabung attraktive Margen generieren kann.
In jedem Fall ist es entscheidend, die tatsächlichen Kosten, den Zeitaufwand und die damit verbundenen Risiken genau zu analysieren.
Der Import kann eine große Chance sein, aber nur, wenn man sich mit Informationen, Planung und realistischen Erwartungen daran macht.
