Autonomes Fahren ist eine Technologie, die es einem Fahrzeug ermöglicht, mit wenig oder gar keinem menschlichen Eingriff zu fahren, indem Sensoren, Software und künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen.
Das Ziel ist es, die Verkehrssicherheit, die Verkehrseffizienz und den Fahrkomfort zu verbessern.
Was ist autonomes Fahren?
Autonomes Fahren bedeutet, dass ein Fahrzeug in der Lage ist, seine Umgebung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und Manöver automatisch auszuführen.
Dazu gehören Aktionen wie Beschleunigen, Bremsen, Spurhalten, Richtungswechsel oder Reagieren auf Hindernisse, ohne dass der Fahrer ständig eingreifen muss.
Obwohl oft von „selbstfahrenden Autos” die Rede ist, kombinieren viele aktuelle Fahrzeuge in der Praxis automatische Funktionen mit menschlicher Überwachung.
Arten des autonomen Fahrens
Autonomes Fahren wird in der Regel nach den von der SAE (Society of Automotive Engineers) definierten Stufen klassifiziert:
- Stufe 0: Keine Automatisierung. Der Fahrer kontrolliert alles.
- Stufe 1: Fahrerassistenz (adaptive Geschwindigkeitsregelung oder Spurhaltung).
- Stufe 2: Teilweise Automatisierung. Das Auto kann beschleunigen, bremsen und lenken, aber der Fahrer muss die Kontrolle behalten (heute sehr verbreitet).
- Stufe 3: Bedingte Automatisierung. Das Fahrzeug kann in bestimmten Situationen selbstständig fahren, kann aber den Fahrer auffordern, die Kontrolle zu übernehmen.
- Stufe 4: Hohe Automatisierung. Das Auto kann in bestimmten Umgebungen ohne menschliches Eingreifen selbstständig fahren.
- Stufe 5: Vollständige Automatisierung. Es benötigt weder Lenkrad noch Pedale und kann in jeder Situation fahren.
Wie funktioniert das?
Autonomes Fahren basiert auf einer Kombination verschiedener Technologien:
- Sensoren: Kameras, Radar, Lidar und Ultraschall, die die Umgebung erfassen.
- Hochpräzise Karten: Sie ermöglichen es dem Fahrzeug, die Straße bis ins Detail zu kennen.
- Künstliche Intelligenz und Algorithmen: Sie verarbeiten Daten, erkennen Objekte und treffen Entscheidungen in Echtzeit.
- Steuerungssysteme: Sie führen die physischen Aktionen des Fahrzeugs aus, wie z. B. Bremsen oder Lenken.
Das gesamte System arbeitet kontinuierlich, um Ereignisse auf der Straße vorwegzunehmen.
Ist autonomes Fahren dasselbe wie intelligentes Fahren?
Nicht ganz.
Autonomes Fahren bezieht sich auf die Fähigkeit des Fahrzeugs, selbstständig zu fahren.
Intelligentes Fahren ist ein weiter gefasster Begriff, der Fahrerassistenzsysteme, Konnektivität, Datenanalyse und die Optimierung des Fahrerlebnisses umfasst, auch wenn das Auto nicht vollständig autonom ist.
Beispiele für autonome Fahrzeuge auf dem Markt
Derzeit befinden sich die meisten verfügbaren Fahrzeuge auf Stufe 2 und in ganz bestimmten Fällen auf Stufe 3:
- Tesla: Autopilot und Full Self-Driving (fortgeschrittene Unterstützung mit Überwachung).
- Mercedes-Benz: Drive Pilot (Stufe 3 unter bestimmten Bedingungen und in bestimmten Ländern).
- BMW und Audi: Fortgeschrittene Assistenzsysteme mit automatisierten Funktionen auf Autobahnen.
- Waymo: Vollständig autonome Fahrzeuge, die in bestimmten Städten im Mobilitätsdienst eingesetzt werden.
Die Zukunft des autonomen Fahrens: Was ist zu erwarten?
In den nächsten Jahren ist Folgendes zu erwarten:
- Eine schrittweise Ausweitung der Stufen 3 und 4.
- Stärkere Regulierung und klarere rechtliche Rahmenbedingungen.
- Integration in intelligente Städte und vernetzte Fahrzeuge.
- Reduzierung von Unfällen aufgrund menschlicher Fehler.
Die vollständige Einführung wird schrittweise erfolgen und hängt sowohl von der Technologie als auch vom Vertrauen der Nutzer und der Gesetzgebung ab.
Führende Länder im Bereich autonomes Fahren
Die Länder, die am stärksten auf autonomes Fahren setzen, sind:
Vereinigte Staaten
Derzeit ist es weltweit führend sowohl in der Technologie als auch im Einsatz autonomer Fahrzeuge.
Unternehmen wie Waymo, Tesla und Zoox betreiben fortschrittliche Roboter-Taxi-Programme oder automatisierte Systeme.
Das Land zeichnet sich durch seine starken Investitionen in KI, hochauflösende Karten und regulatorische Rahmenbedingungen aus, die Tests in verschiedenen Städten erleichtern.
China
China hat in mehreren Städten ein sehr schnelles Wachstum bei autonomen Fahrzeugen und Robotaxis erlebt.
Lokale Unternehmen haben Testgenehmigungen erhalten und Pilot- und sogar kommerzielle Dienste in städtischen Gebieten eingeführt.
Der chinesische Markt vereint staatliche Unterstützung, ein großes Testvolumen und ein solides technologisches Ökosystem.
Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien
Diese Länder im Nahen Osten gehören zu den ersten, die kommerzielle Tests und Dienste mit Robotaxis einführen und als regulatorische „Sandbox” für neue Mobilitätstechnologien fungieren.
Singapur
Mit einer starken Infrastruktur und Regulierung für autonome Mobilität führt Singapur Testprogramme mit Bussen und Robotaxis durch, um die Effizienz des städtischen Verkehrs zu verbessern.
Deutschland und Vereinigtes Königreich
In Europa ist Deutschland aufgrund seiner Automobilindustrie und seines Interesses an fortschrittlichen Fahrzeugen ein Vorreiter, während sich das Vereinigte Königreich mit Unterstützung des öffentlichen und privaten Sektors auf die Einführung autonomer Dienste vorbereitet.
Japan und Südkorea
Länder mit einer starken Technologie- und Automobil-Tradition treiben Tests mit autonomen Fahrzeugen und Kooperationen mit lokalen und internationalen Unternehmen voran.
Häufig gestellte Fragen
Wir beantworten die häufigsten Fragen zum autonomen Fahren.
Sind autonome Autos absolut sicher?
Sie sind in Bezug auf die Sicherheit vielversprechend, erfordern jedoch in vielen Fällen noch Tests, Regulierung und menschliche Überwachung.
Wann werden wir 100 % autonome Autos auf den Straßen sehen?
Die Technologie existiert, aber ihre flächendeckende Einführung wird aufgrund rechtlicher, technischer und sozialer Faktoren noch Jahre dauern.
Brauche ich einen Führerschein für ein autonomes Auto?
Das hängt vom Grad der Autonomie und den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes ab.
Wird das autonome Fahren den Fahrer ersetzen?
Es wird ihn zumindest kurz- und mittelfristig nicht sofort ersetzen, sondern ihn unterstützen und seine Belastung verringern.
